"Oh, Nein", schrie Getasus, als er zuschaute, wie Mereko mit dem Stahlfos-Zombie kämpfte.
Er hatte mit Bewunderung den Ort betreten, an dem sie dieser Untoter erreichte. Er erinnerte ihn an die Festungen, die in einer Gegend südlich des Alten Walds stand. Nur war dieser Turm etwas kleiner. Der Halb-Kokiri hatte die starken Kopfschmerzen gemerkt, doch er hatte sie auf das trockene Klima der Wüste geschoben. Doch als er auch bemerkte, dass Faron ein ähnliches Gesicht machte, wusste er, dass es an etwas liegen musste, was von dem Schrein ausging.
Er hatte, kurz nach dem sich das Loch in der Wand schloss, mit seinem Geist die Gegend abgesucht, doch kaum ein Lebendes Tier entdeckt. Das einzige was er bemerkte war ein Primitiver Geist eines Lebewesens, von dem er zuerst annahm, dass es sich um ein Maulwurf handle, doch dafür war es zu schnell. Doch danach kamen seine Kopfschmerzen auch wieder zurück. Und einen Moment später war auch schon das Stöhnen mit seiner Ursache erschienen, die gerade dabei war, Mereko zu vernichten.
Getasus erriet, welches Wesen dort im Boden lauern musste. Er schickte seinen Geist aus und rief es hinauf.
>>komm herauf, Tier der Erde<<, lies er durch seinen Geist wandern und versuchte sich auf das Tier zu konzentrieren, von dem er dachte, dass es eine Rettung aus dieser Situation sein könnte.
>>Nein, hier gibt es nichts für mich<<, schrie das Wesen aus der Erde hinaus.
>>Bitte Du musst mir helfen<<, bat Getasus.
>>Ich werde Dir nicht helfen<<, gab das Tier zurück.
Es wäre doch auch zu einfach, wenn jedes Tier helfen würde, dachte Getasus. Nun war sein Einsatz gefragt, Mereko war gerade gefallen und kämpfte weiter gegen den Zombie-Krieger.
Er schnappte sich Merekos Klinge, wohl wissend, dass er damit nichts würde anrichten können und stürmte auf das untote Monster zu. Die Rufe von Tiron und Faron nicht beachtend stellte er sich vor den Stalfos und...
Er hatte noch nie ein Schwert in der Hand gehabt und hatte keinerlei Ahnung, was er mit der Klinge anfangen sollte. Doch das wusste der Stahlfos nicht. Er wandte sich ihm zu, bevor er Mereko den finalen Schlag geben konnte.
Was nun Getasus, schoss es durch seinen Kopf, dich hat schon wieder ein so sinnloses Unterfangen in Gefahr gebracht. Die Angst war Gift für die Gedanken.
Der Stalfos hob sein Langschwert, das Licht der Sonne reflektierte und wurde nur von einer Scharte unterbrochen. Die Angst fesselte Getasus auf dem Sand.
Die Klinge fuhr hinunter, doch sie sollte Getasus nie treffen. Aus der Erde schoss ein Tier hinaus, das kurz in der Sonne braun aufblitzte. Ein dunkler Kamm und rote Augen, waren auch noch zu erkennen, bevor das etwa unterarm lange Tier wieder im Boden verschwand. Die Klinge wurde von der Wucht des kleinen, harten Körpers zu Seite umgeleitet. Dabei fiel Getasus das Schwert aus der Hand und Mereko, der seitlich neben dem Zombie-Ritter stand, konnte seine Dolchklingen in das letzte Fleisch gleiten lassen, dass dieses Wesen noch zusammenhielt. Der Körper des Stalfos fiel in sich zusammen und Getasus wich eine schwere Last aus seinen Gliedern. Er sank fast ebenso in sich zusammen wie der Untote vor ihm.
Nach einer Weile stand er wieder auf und atmete Tief durch.
"Danke", sagte er zu Mereko "Du hast mir schon wieder das Leben gerettet"
Dieser ließ nur ein Lächeln auf seinem Gesicht aufkommen. Aber sein wahrer Dank galt dem Moldrom, das nun doch noch kurz erschien um sich an den letzten Fleischresten des Untoten zu erlaben. Danach verschwand es wieder in der Erde.
"So", fiel Tiron ein "Jetzt sollten wir hinein gehen"
Ihn schien der ganze Kampf nicht weiter emotional beeindruckt haben. Getasus fühlte sich schon wieder so seltsam in Bezug auf ihn.
Sie begaben sich in das Innere des Turms, um den Ort zu finden, an dem sie den Kristall reinigen könnten.
An den Seiten befanden sich seltsame Gräben auf etwa Hüfthöhe in denen eine Flüssigkeit im Licht der Sonne glitzerte, die durch die Eingangstür hinein fiel. Doch dann begann die Erde zu erbeben und die Türen fingen an sich zu schließen. Wieso musste in solchen Situationen immer noch etwas Schlimmeres kommen?
Tiron ließ eine Flamme erscheinen und entzündete die Flüssigkeit, die sich als Öl erwies. Der Graben füllte sich mit gelb flackernden Flammen und der gesamte Innenraum des Turms, der in etwa 30 Meter im Durchmesser umfasste, wurde beleuchtet. An den sandgelben Wänden gab es seltsame Schriftzeichen und Zeichnungen. Doch etwas erregte Getasus Aufmerksamkeit besonders. Es war eine Steintafel, auf der etwas geschrieben war. Sie stand genau in der Mitte und wurde ebenfalls von Ölgräben umrandet. Tiron entzündete auch diese und man konnte die Schrift erkennen. Seltsamerweise war es nicht in den seltsamen Schriftzeichen geschrieben sondern in den alten Hylianischen Runen, die Getasus lesen konnte.
Vor langer Zeit
War der Diner bereit
Das zu bewachen, was die Seele heilt
In der Tiefe der Finsternis es verweilt
Die Sonne wird es niemals erblicken
Der Mond sich an seinem Glanz nie erquicken
In tiefer Erde verborgen
Für die Ewigkeit verloren
Nur jener wird sie finden
Der es schafft sich durch den Boden zu winden